U 21

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1. Reihe (vorne, v. l. n. r.)

Volmershaus, Ober-Maschinisten-Maat / Tesch, Maschinist / Glatzel, Marine-Ingenieur / Hersing, Kapitänleutnant / Hirzel, Leutnant zur See / Sperling, Leutnant / Krahn, Steuermann.

2. Reihe:

Rampf, Bootsmanns-Maat / Grimm, Maschinisten-Maat / Rasmus, Bootsmanns-Maat / Dillgardt, Ober-Maschinisten-Maat / Doerk, Ober-Bootsmanns-Maat / Wicher, Maschinisten-Maat / Wolff, Maschinisten-Maat / Mayer, Maschinisten-Maat / Reckhaus, Ober-Maschinisten-Maat.

3. Reihe:

Kallmeyer, Maschinisten-Maat / Weber, Ober-Matrose / Frauenhoff, Ober-Heizer / Janz, Heizer / Paulig, Ober-Heizer / Haefner, F.-I.-Gast / Tietz, Matrose / Laschinka, Ober-Heizer / Konitzko, Ober-Matrose.

4. Reihe:

Thiel, Matrose / Holst, Heizer / Schmidt, Heizer / Lüsch, Heizer / Knoll, Ober-Matrose / Ingenhaag, Maschinisten-Anwärter / Wüst, Ober-Matrose / Bartsch, Ober-F.-I.-Gast.

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Eine besonders erwähnenswerte Operation war die des deutschen U-Bootes U21 bei Gallipoli. Eine bereits Anfang 1915 von Admiral Souchon beim österreichischen Flottenchef erbetene Entsendung österreichischer U-Boote nach Istanbul war abgelehnt worden. So telegraphierte er am 1. März 1915 eine dringende Anfrage an den Admiralstab der Marine in Berlin: „Mitwirkung von U-Boot bei Verteidigung Dardanellen wäre sehr aussichtsreich und wertvoll. Österreichischer Admiral hat meine Bitte auf Entsendung U-Boots abgelehnt, weil ungeeignet und notwendig Adria [...] Versorgung kann erfolgen Kleinasien.“[i] Am 2. März telegraphierte auch Botschafter von Wangenheim an das Auswärtige Amt: „Nach Ansicht Admiralität würde sich Situation Dardanellen mit einem Schlage ändern, wenn zwei U-Boote kämen. Admiral Souchons an Österreich gerichtete Bitte ist abgeschlagen. Allmählich dürfte sich auch bei Österreich Überzeugung durchsetzen, daß Forcierung Dardanellen in ihrer Wirkung auf die Neutralen dem ganzen Krieg eine für uns ungünstige Wendung geben könnte.“[ii] Nachdem Österreich seine Ablehnung wiederholt hatte, reagierte der deutsche Admiralstab und befahl am 10. März dem Chef der Hochseeflotte, ein U-Boot zum Schutz der Dardanellen zur Verfügung zu stellen. Die Wahl fiel auf U 21. Admiral Souchon erhielt am 10. März die Nachricht, dass zwei kleinere U-Boote am 22. März versandbereit wären – eines davon war UB 8, das schon am 25. März in Pola – dem bedeutenden österreichisch-ungarischen Marinehafen an der Südsptze der istrischen Halbinsel – ankam, dort zusammengesetzt wurde und unter dem Kommando von Oberleutnant z. S. Voigt in Richtung Türkei in See stach. U 21 lief unter dem Kommando von Kapitänleutnant Hersing[iii] am 25. April aus Wilhelmshaven Richtung Mittelmeer aus. Der Fahrt war eine umfassende und geheimgehaltene logistische Vorbereitung vorausgegangen, um das U-Boot auf dem Marsch vor allem durch Handelsschiffe mit Treibstoff und Lebensmitteln zu versorgen. Am 13. Mai lief U 21 in Cattaro ein und wurde dort technisch überholt. Am 20. Mai lief Hersing wieder aus und rechnete damit, vier Tage später vor Gallipoli einzutreffen. Bereits am 24. Mai sichtete Hersing den russischen Kreuzer ASKOLD, den er aber nicht angriff, um unerkannt direkt bis vor die Küste Gallipolis zu kommen und dort für Entlastung zu sorgen.

Einen Tag später erreichte U 21 die Dardanellen und bemerkte, dass die alliierte Flotte nicht – wie erwartet – bei Kaba Tepe, sondern bei Kap Helles lag. Es konnte daher nicht mehr am Morgen angreifen, sondern musste einen besseren Zeitpunkt abwarten[iv]. Der sollte schon bald kommen: Am 25. Mai versenkte U 21 die HMS Triumph, was Kapitänleutnant Hersing wie folgt beschrieb: „Gegen 12 Uhr entdeckte ich auf einmal dicht unter der Küste von Gallipoli ein feindliches Kriegsschiff, es war das englische Linienschiff ‚Triumph’. Ich fuhr sofort mein Sehrohr ein und steuerte dem Linienschiff entgegen, denn ich hatte festgestellt, daß unter Land die feindliche Bewachung bedeutend schwächer war. Nach ungefähr ¾ Stunden kam ich wieder auf 10m, um meinen Angriff anzusetzen. Das englische Linienschiff hatte den Vormittag über die türkischen Schützengräben von der Flanke beschossen und machte nun Mittagspause. Das Schiff fuhr mit ausgebrachten Torpedoschutznetzen und ungefähr 5-6 sm Fahrt unter der Küste hin und her. Die ganze Besatzung lag am Oberdeck und sonnte sich, nur die Ausguckposten, schwer bewaffnet mit Doppelgläsern, auf der Suche nach einem U-Boot [...] Ich blicke aus dem Sehrohr: 400m vor mir das Schlachtschiff. Ich war an der Ziellinie vorbeigefahren, musste hart beidrehen. Mit erhöhter Fahrt vorwärts. 300m...200m...Da löse ich das Torpedo! Durch das Torpedonetz hindurch! Sehe, bevor ich, um den einzig möglichen Weg zu machen, unter dem Schlachtschiff hindurchtauche, dass sich sämtliche Geschütze auf mich richten...Krachende Salven. Furchtbare Schläge erfolgen...Das U-Boot wird wie ein Ball umhergeworfen...wir taumeln an die Wände...Es war ein Schrecken, der sich gelohnt hat: das Linienschiff kenterte und war in 9 Minuten in der blauen Flut verschwunden.“ [v] Oberst Kannengiesser erlebte diesen Abschuss an Land: „Ich hatte diese Bataillone am 25. Mai besucht und war mittags auf dem Rückweg zum Stabslager der 9. Division, als ich den englischen Panzerkreuzer ‚Triumph’ dicht an der Küste tief unter mir liegen sah. Breit, behäbig, selbstbewusst machte er sich augenscheinlich zum Schießen in Richtung Ariburnu fertig. Knapp in mein Zelt getreten, höre ich – 12.30 mittags – eine ungeheure Explosion, und nicht lange danach stürzt mein Dolmetscher, Major Zia Bey, herein und meldet, dass soeben ‚Triumph’ gesunken sei.“ Weiter führte er aus: „Die Folgen zeigten sich in überraschender Weise. Als ob der liebe Gott einen großen Besen genommen und das Meer reingefegt hatte, so waren am nächsten Morgen alle Schiffe verschwunden. Sie hatten sich nach den Häfen von Imbros und Lemnos geflüchtet...Kein Schiffsfeuer mehr auf unsere Schützengräben...Die Freude der braven Türken kann man sich gar nicht vorstellen. Sie tanzten in ihren Schützengräben und riefen: ‚Allah büjük, Allemano büjük“’ (Allah ist groß, der Deutsche ist groß).“ [vi] Auch Oberleutnant z. S. Hörder, eingesetzt als Beobachtungsoffizier, berichtete über das Ereignis: „Gerade dieses Schiff hatte in den letzten Tagen besonders häufig Maidos, Kilia, Mal Tepe und die türkischen Stellungen und Batterien sowohl mit seinem 19cm als auch mit leichter Artillerie beschossen. Es machte es fast programmmäßig jeden Morgen, Mittag und Abend. Gegen Mittag hörte ich einen dumpfen Knall. Große Aufregung im Schützengraben. Zerstörer, Fischdampfer, Schiffsboote eilten herbei, um zu retten, während alle großen Schiffe mit allerhöchster Kraft davondampften [...] Nach zwölf Minuten war das Schiff gekentert, 21 Minuten später richtete sich das Heck hoch auf, und das Schiff versank mit dem Bug zuerst in die Tiefe, ein trauriges Trümmerfeld zurücklassend. Im Schützengraben lauter Jubel und Hurrageschrei, Schießen verstummte, Freund und Feind starrte aufs Wasser, im Bewußtsein, einen unvergesslichen Augenblick zu erleben.“[vii] Beim Untergang der TRIUMPH konnte der größte Teil der Besatzung gerettet werden, 73 Seeleute verloren ihr Leben.

Hersing war nach diesem Erfolg mit U 21 nach Istanbul gefahren, lief aber bereits am 26. Mai wieder nach Gallipoli aus. Einen Tag später entdeckte er zwischen unzähligen kleineren Booten die Umrisse der HMS Majestic, die er ebenfalls angriff: „Der Silhouette nach war das die ‚Majestic’, die sich in diesen Gewässern befand und sich nun dicht unter Land vor Anker gelegt hatte, damit es ihr im Falle eines Torpedotreffers nicht so ergehen sollte, wie ihrem Bruder, dem Linienschiff ‚Triumph’, vor zwei Tagen. Der Kommandant hoffte wohl, daß im Falle des Getroffenwerdens sein Schiff bald auf Grund kam und die Aufbauten dann noch aus dem Wasser herausragen mussten, so daß sich die Besatzung noch retten konnte. Ob diese Rechnung stimmte, ließ sich allerdings schwer ausprobieren: So oft ich auch die Fahrzeuge entlang hinauf, hinunter fuhr, ich entdeckte keine Lücke, dem Engländer meinen Torpedo in den Leib zu jagen. Noch einmal fuhr ich das ganze Nest entlang, da entdeckte ich wirklich eine Lücke. Sie war nicht groß, betrug, wenn es hoch ging, 20m. Aber ich versuchte es. Zielte genau mit meinem ganzen Boot, vielleicht...Jetzt war ich in der Richtung genau achterlich der ‚Majestic’. Ich drückte auf den elektrischen Taster...das Boot schüttelte sich: Der Schuß war draußen. Der Torpedo zog seine feine Blasenbahn, hindurch durch die vielen Fahrzeuge...wenn nichts dazwischen, wenn keine dieser Motorbarkassen dazwischen kam... Nichts kam dazwischen: Eine die Welt schüttelnde Detonation...Ich hatte offenbar in den Heizraum getroffen...mit einemmal sah ich das Schiff sich bewegen...merkwürdig... kopfzeiß, wie der Seemann sagt...es schien kentern zu wollen... senkte sich ... eine Minute verrann, eine zweite, dritte, vierte. Da wandte sich das Schiff wie ein Wal, überschlug sich ganz, Wellen brausten über die anderen kleinen Fahrzeuge, und aus dem Chaos, aus der namenlosen Panik, ragte plötzlich das Vorderschiff der ‚Majestic’, kieloben... der übrige Teil des Schlachtschiffes war verschwunden. Viereinhalb Minuten hatte die Vernichtung des 15000-Tonnen-Linienschiffes gedauert.“[viii]

Die Auswirkungen dieser beiden Torpedoangriffe waren auch für die Landtruppen bedeutsam, da die Queen EliZabeth und die Ark Royal wegen der drohenden U-Boot Angriffe ganz aus dem Operationsgebiet abgezogen wurden und auch die anderen Schlachtschiffe für einige Wochen in die gesicherten Häfen von Imbros und Lemnos zurück gezogen wurden. Die alliierten Truppen sahen sich aber nun plötzlich an der Landungsküste allein gelassen und Sir Compton Mackenzie, der Direktor der Nachrichtenabteilung im Ägäischen Meer, kommentierte: „Die Royal Navy hat in ihrer gesamten Geschichte niemals ein demoralisierenderes Manöver durchgeführt.“[ix]

Auch wenn dadurch die artilleristische Unterstützung zumindest kurzfristig nachließ, versuchten die Alliierten mit neuen Abwehrmitteln gegen Unterseeboote ihre Flotte besser zu schützen und somit die Landkämpfe erneut unterstützen. Flachgehende, mit schwerstem Kaliber ausgestattete Boote waren hierbei besonders brauchbar. Obwohl nun eine größere Zahl deutscher Unterseeboote in den Gewässern um Gallipoli operierten, konnten nur noch feindliche Transportschiffe versenkt werden. General von Sanders kannte die Umstände für die erschwerten U-Boot-Einsätze nicht und forderte beim Flottenchef weitere Unterstützung durch die Marine an: „Schon am 16. Juni musste ich an den Flottenchef Admiral Souchon in Konstantinopel ein Telegramm richten, in welchem ich aussprach, daß der Feind mit seinen großen Transportschiffen wieder ganz ungeniert seine Truppen verschiebe und ablöse. Am 20. Juni telegraphierte ich an dieselbe Dienststelle, daß die feindlichen Kriegsschiffe bereits wieder anfingen, sich durch ihr Feuer in gleicher Weise zu betätigen, wie dies vor den genannten Erfolgen der Unterseeboote der Fall war. Am 29. Juni teilte ich dem Admiral Souchon mit, daß die feindlichen Kriegsschiffe am vorhergehenden Tage während eines großen Angriffes gegen den rechten Flügel der Südfront durch ihr Feuer sehr stark mitgewirkt hatten, und sich auch am 29. Juni, während der Kampf bei der Südgruppe andauerte, in gleicher Weise betätigten.“[x]

Hersing selber genoss den Ruhm um seine Person und gab die Geschichten seiner Taten gerne zum Besten. So berichtete Wolf Justin Hartmann, der als deutscher Gefreiter im türkischen Korpsstabe an den Dardanellen, Kapitänleutnant Hersing nach dessen Taten kennengelernt hatte. In seiner Erzählung: „Der Tod ist kein Lump“ verfällt Hartmann fast ins Schwärmen, wenn er vom Besuch Hersings im Zelt des Korpskommandeurs berichtet:

„Haha, ein etwas ungestümer, ungebärdiger Kerl! Er bringt es wahrhaftig fertig, auch einen Korpskommandeur schlankweg zu unterbrechen, einfach am Reden zu hindern. Aber er bringt verflucht auch noch Anderes fertig. Schäumende, brausende Dinge voll Hitze und voll Blut! Und Blut hat er im Leib! Vielleicht einen Liter mehr, als die meisten anderen haben. Ein feiner, prächtiger, ein aussergewöhnlicher Bursche!

Gestärkt durch eine Flasche „Raki“ [türkischer Anisschnaps], gibt „Kaleu“ Hersing dann lautstark seinen ungeschminkten Bericht über das „Anpirschen und Erlegen des Wildes“!

„Herr Kapitänleutnant! Darf ich mir erlauben, auf Ihr Wohl …“

„Prost! Prost – Als ich den dicken Kahn endlich in Schussweite hatte, da habe ich mir gedacht: Runter mit den Briten von der See! Mensch! Halt dich dran! Jetzt zahlst du Vieles heim. Wer weiss, ob du morgen noch … Na! Prost sage ich…“

… Famos! Der U-Bootsmann ist schon in voller Fahrt!

Er erzählt, dass es eine Art hat! Es ist ein Genuss, ihm dabei zuzuhören. In dieser milden, duftgeschwängerten Sonne. Auch der Herr General ist anscheinend völlig versöhnt mit unserem ausgezeichneten, wenn auch unbekümmerte Gast. Jedenfalls zwirbelt er wieder seinen struppigen Schnauzbart hinauf, ein bekanntes günstiges Zeichen für die herrschende Stimmung. Der feiste Dscheva schwitzt, wie immer, wenn er sich aufregt, wenn irgendein Gefechtsbericht seine ungeteilte Anteilnahme findet. Stabschefliche Tropfen rinnen ihm über die Backen auf den von manchem Schweiß schon dunkelgeränderten Kragen. Sogar den Kalpak [aus Pelz gefertigte Husarenmütze] hat er abgenommen. Seine feuchte Glatze glitzert. Der Schatten des Aprikosenbaumes ist von uns weitergewandert, nach rechts, nach Osten zu. Ein herrlicher Nachmittag! In makelloser Bläue wölbt sich der hohe Himmel. Durch weiche Düfte weht vom Meer ein erquickender Wind. Und an der Front ist wohltuende Ruhe. Ah! Eine berückende Ruhe nach dem Tumult des Angriffs. Nur irgendwo auf der Strasse hallt dumpf ein Lärm.“[xi]

 

Die Hauptlast der Kämpfe auf Gallipoli lag zwar deutlich bei den Landtruppen, aber die Unterstützung durch die Marine bedeutete zumindest teilweise eine Entlastung von dem Beschuss durch die feindliche Schiffsartillerie. Liman von Sanders hatte die Möglichkeiten eines gezielten Zusammenwirkens der unterschiedlichen Teilstreitkräfte zwar als notwendig erachtet, richtete aber hauptsächlich Beschwerden an den Flottenchef und zog kaum gemeinsame Planungen in Betracht oder beraumte gar entsprechende teilstreitkraftübergreifende Treffen an. Er sah dagegen in der Zusammenarbeit eher eine lästige Konkurrenz, die ihm den Ruhm abspenstig machen könnte. So schrieb er in seinen Aufzeichnungen: „Zum Verständnis der folgenden kurzen Schilderung der Kämpfe des Gallipolifeldzuges muß vorausgeschickt werden, daß diese so gut wie ausschließlich von den Truppen der 5. Armee geführt wurden, und daß die Beteiligung der türkisch-deutschen Marine daran naturgemäß nur eine beschränkte sein konnte. In Deutschland bin ich hierbei auf ganz irrtümliche Anschauungen gestoßen. In Wort und Schrift ist in der Heimat vielfach die Auffassung vertreten worden, daß der für die Kriegsentscheidung so wichtige Feldzug auf Gallipoli von türkischer Seite zu gleichen Teilen von Armee und Flotte durchkämpft worden ist.“[xii] Und an anderer Stelle heisst es: „Es ist somit eine ganz irrtümliche Ansicht, die in deutschen Zeitungen ausgesprochen wurde, daß durch die Einwirkung der Unterseeboote dem Angriff gegen die 5. Armee auf der Halbinsel Gallipoli das Rückgrat gebrochen sei. Durch derartige falsche Nachrichten sind wir in der Heimat zu einer falschen Einschätzung der Wirksamkeit des Unterseebootkrieges gelangt.“ Sogar im persönlichen Vortrag beim Kaiser mahnte er eine Richtigstellung über die Rolle der Marine an und brachte sich damit selbst in Misskredit bei Wilhelm II., was er wie folgt beschrieb: „Zwischen den beiden Vorträgen in Pleß war ich zum persönlichen Vortrage bei Seiner Majestät dem Kaiser im Neuen Palais in Potsdam befohlen gewesen. Bei diesem Vortrage bin ich nicht sehr viel zu Worte gekommen, denn S.M. der Kaiser sprach über den Feldzug auf Gallipoli und über die vortreffliche Haltung der türkischen Truppen in Galizien. Über Gallipoli war S.M. jedenfalls nicht zutreffend unterrichtet und glaubte damals an eine sehr viel weiter gehende Beteiligung der Unterseeboote, als sie nach Lage der Verhältnisse möglich gewesen war. Als ich nach den langen Darlegungen Seiner Majestät die zeitlich ganz beschränkten Erfolge derselben vor der Halbinsel mit den genauen Daten zur Sprache brachte, schien der Kaiser nicht gern zu sehen, daß die bisherigen Nachrichten derart korrigiert wurden. Er beendete die Unterredung sehr kurz, während er mir sonst bei allen Gelegenheiten ein besonderes gnädiges Wohlwollen gezeigt hat.“[xiii]

So sehr es dem Truppenführer von Sanders an einer entsprechenden Vision zu teilstreitkraftgemeinsamen Operationen mangelte, umso mehr ist es dann aber auch nachzuvollziehen, dass ihn blumige Berichte von Admiral von Usedom oder beispielsweise Bücher wie die das von Kapitänleutnant Hersing[xiv] ärgern mussten.

Nach dem Abzug der Alliierten im Januar 1916 verblieben einige Truppenteile mit Versorgungs-, Beobachtungs- und Sicherungsaufträgen – insgesamt rund 11 000 türkische Soldaten. Als deutscher Anteil verblieben ca. zehn bis zwölf deutsche Offiziere bei Artillerieverbänden der 5. Armee. Die deutschen Marinemannschaften der Küstenbefestigungen unter dem Kommando von Admiral Merten, die Landungsabteilung sowie die Fliegerstaffeln bei Gallipoli und Nagara und die Besatzung des Feldlazarettes bei Bigahli blieben bis Ende 1918. Die Beobachtung feindlicher Seestreitkräfte sowie der Lotsen- und Etappendienst für ein- und auslaufende deutsche U-Boote wurde durch die Landungsabteilung durchgeführt. Neben dem Führer der Abteilung, dessen Adjutant und einem Arzt bestand diese Einheit zwischen 1916 und 1918 aus etwa 50 deutschen Unteroffizieren und Mannschaften und ebenso vielen türkischen Soldaten. Das Hauptquartier, die Unterkünfte aber auch der eigener Friedhof befanden sich immer noch auf dem Kilia Tepe. Die Verpflegung erfolgte durch das Flottenkommando, doch hatte die Landungsabteilung auch eine kleine Landwirtschaft mit Viehhaltung und Ackerbau eingerichtet. Zudem ernährte man sich bis zum Abzug 1918 immer noch von den Vorräten, die von den alliierten Truppen bei der Evakuierung zurückgelassen worden waren. Trotzdem empfand die Besatzung die Verpflegung bisweilen als nicht ausreichend und versuchte, weitere Geldmittel aus Istanbul zu erhalten, um ab und zu Fleisch bei den umliegenden Bauern kaufen zu können[xv]. Neben den Viehställen hatte man auch Stallungen errichtet, in denen 16 Reit- und Wagenpferde untergebracht worden waren. Zudem gab es dort einen Beobachtungsstand sowie eine Funkstation.

Um eine möglichst lückenlose Beobachtung der gegnerischen Streitkräfte vor der Halbinsel zu ermöglichen, waren an vier verschiedenen Punkten der Halbinsel ausgebaute Beobachtungsstände eingerichtet worden. Jeder war in der Regel mit einem Unteroffizier und sechs Mann besetzt. Diese Gruppen wohnten ebenfalls in selbstgebauten, festen Unterkünften in unmittelbarer Nähe der Stände. Auch dort wurde in kleinem Rahmen Landwirtschaft zur Selbstversorgung betrieben und ein guter Kontakt zur umliegenden Bevölkerung gepflegt. Zweimal wöchentlich wurden diese Außenposten mit Verpflegung und Post versorgt. Täglich wurden morgens, mittags und abends alle Beobachtungen nach Kilia Tepe berichtet und zusammengefasst an das Flottenkommando per Funk gemeldet. Der südlichste Beobachtungspunkt lag bei Kap Teke, der zweite bei Gaba Tepe bei der ehemaligen ANZAC-Landungszone, ein dritter bei Kap Suvla, und der vierte war auf dem Varila Tepe eingerichtet worden. Dieser nördlichste Stand wurde auch „Hersing-Stand“ genannt, da er auf Anraten von Kapitänleutnant Hersing errichtet worden war. Alle U-Boote, die in die Dardanellen einlaufen wollten, liefen ihn an, um dort den Führer der Landungsabteilung als Sperrlotsen an Bord zu nehmen. Dies war notwendig, da die alliierten Truppen den gesamten Küstenbereich mit Netz- und Minensperren schwer befahrbar gemacht hatten und diese Hindernisse, wann immer möglich, auch auszubauen versuchten. Der ungefähre Zeitpunkt des Erreichens eines U-Bootes zur Einfahrt wurde durch das Flottenkommando der Landungsabteilung per Funk mitgeteilt. Diese wiederum benachrichtigte das Kommando der 5. Armee, um eigenes Artilleriefeuer auf die U-Boote zu vermeiden. Nach dem tatsächlichen Eintreffen wurde der Führer der Landungsabteilung benachrichtigt, der in einem ca. 4-stündigen Ritt am "Hersing-Stand" erschien und an Bord ging. Die Fahrt um die Küste bis in die Dardanellen, die immer nur bei Dunkelheit erfolgen durfte, dauerte 8-9 Stunden und endete zunächst in der Bucht von Maidos. Dort verblieben die U-Boote für ein bis zwei Tage, um vor allem der Besatzung die Möglichkeit der Erholung an Land zu gewähren. Die Landungsabteilung hatte dafür extra Unterkünfte gebaut aber hielt auch Möglichkeiten für Sport und Freizeit bereit. Bei der Ausfahrt aus den Dardanellen ging ebenfalls der Führer der Landungsabteilung wieder an Bord und verließ nach dem Passieren der Sperren die U-Boote bei der Suvla-Bucht.

 

 

 

 

[i] Lorey, Der Krieg in türkischen Gewässern, S. 145

 

[ii] Lorey, Der Krieg in türkischen Gewässern, S. 146

 

[iii] Otto Hersing (* 30. November 1885 in Mülhausen; † 5. Juli 1960 in Angelmodde bei Münster, in Münster bestattet), H. trat 1903 als Seekadett in die Marine ein. Nach der Ausbildung auf verschiedenen Schulschiffen und Dienst auf mehreren Schiffen wurde er 1913 zur U-Bootwaffe kommandiert (Kapitänleutnant 1914). Kurz nach Ausbruch des 1. Weltkrieges torpedierte H. als erster in der Seekriegsgeschichte ein gegnerisches Schiff, den englisch Leichten Kreuzer „Pathfinder“ im Firth of Forth. Als zweiter U-Boot-Kommandant erhielt Hersing am 5. Juni 1915 den Orden Pour le Merite, die höchste preußische Kriegsauszeichnung des Ersten Weltkrieges. Gemäß den Kapitulationsbedingungen musste U 21 nach dem Krieg an die Alliierten ausgeliefert werden. Aus bisher ungeklärten Gründen versank das U-Boot am 22. Februar 1919 wie auch viele andere U-Boote auf der Überführungsfahrt nach Großbritannien in der Nordsee. Es lässt sich vermuten, dass U 21 und andere U-Boote wie auch Einheiten der Hochseeflotte versucht haben, durch Selbstversenkung der Internierung zu entgehen.Nach dem Krieg wurde Hersing am 31. Juli 1924 als Korvettenkapitän aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Anschließend war er bis 1935 als Verbindungsoffizier der Reichsmarine im Wehrkreis 6 und als Landwirt tätig.

 

[iv] Lorey, Der Krieg in türkischen Gewässern, S. 151

 

[v] Hersing, U 21 rettet die Dardanellen, S.51 ff

 

[vi] Kannengiesser, Gallipoli, S. 142

 

[vii] Lorey, Der Krieg in türkischen Gewässern, S. 154

 

[viii] Hersing, U 21 rettet die Dardanellen, S. 59

 

[ix] Yilmazer, The Air War Çanakkale

 

[x] Sanders, Fünf  Jahre Türkei, S. 102

 

[xi] www.hmhensel.com

 

[xii] Sanders, Fünf  Jahre Türkei, S. 91

 

[xiii] Sanders, Fünf  Jahre Türkei, S.191

 

[xiv] Hersing, U 21 rettet die Dardanellen

 

[xv] BA/MA 40 / 426, KTB der Landungsabteilung, S. 43 

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Erzherzog Albrecht Marsch (1887)